LiDAR-Technologie und Wurzelschutz
Mittels LiDAR-Technologie lassen sich viele Arbeiten erleichtern – so auch im Umgang mit Bäumen. Bei Wurzelschutzmassnahmen können grossflächige Daten erfasst werden, die anschliessend eine einfachere Auswertung, Darstellung und Weitergabe der Informationen ermöglichen.
Bei Wurzelschutzarbeiten, wie der Wurzelsondierung oder der Erstellung eines Wurzelregenerationsgrabens, ist eine saubere Dokumentation des Ist-Zustands sowie die Einmessung der (zurückbleibenden) Wurzeln unerlässlich. Dies ist oft mit einem erheblichen Aufwand verbunden – insbesondere bei erhöhtem Wurzelvorkommen, schwer auffindbaren Grundstücksgrenzen oder einer grossen Anzahl einzumessender Fixpunkte.
Mit dem Einsatz der LiDAR-Technologie kann dieses Unterfangen deutlich erleichtert werden. Dafür genügen ein LiDAR-fähiges Mobiltelefon, eine Gratis-App sowie drei Fixpunkte im Feld.
Was ist LiDAR?
Wie der Name Light Detection and Ranging schon andeutet, wird bei dieser Technologie die Entfernung beziehungsweise die Zeit gemessen, welche ein Laserstrahl benötigt, um vom Gerät zum Objekt und wieder zurückzugelangen. Wird das Aufnahmegerät dabei kontinuierlich bewegt, entsteht so ein 3D-Punktwolkenmodell (vgl. Bilder unten). Mittels Kameraufnahmen können anschliessend auch Bilder über das Wolkenmodell gelegt werden.
Auch über grosse Distanzen können beispielsweise Flugaufnahmen von ganzen Ländern erstellt und daraus Oberflächenmodelle generiert werden. Dies wird etwa zur Ermittlung oder Erforschung archäologischer Fundorte eingesetzt, da auf diese Weise Muster in der Erdoberfläche erkannt werden können, die vom Boden aus nicht wahrnehmbar sind.
In der «grünen Branche» wird die Technologie gerne eingesetzt, um den Kronendeckungsgrad einer bestimmten Fläche – beispielsweise einer Gemeinde – zu erfassen und Veränderungen im Zeitverlauf beobachten zu können.


(Grafik links: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20200501_Time_of_flight.svg).
Praxisbeipiel
Aufgrund nicht anpassbarer Baumassnahmen musste im nachfolgenden Beispiel stark in den Wurzelraum einer Buche eingegriffen werden. Um umfangreiche Wurzelverletzungen während der Grabarbeiten zu verhindern, wurde vorgängig ein Wurzelschutz im Rahmen eines Wurzelregenerationsgrabens erstellt. Dazu wurde das Erdreich hinter der Bodeneingriffskante mittels Druckluft freigelegt und alle Wurzeln fachgerecht zurückgeschnitten (vgl. Bilder unten).


Anschliessend wurde der gesamte Bereich mittels LiDAR erfasst. Je präziser diese Aufnahme erfolgt, desto genauer wird das Oberflächenmodell, das durch das Laserscanning entsteht (vgl. Bild unten). Zusammen mit den Fotos ergibt sich daraus ein 3D-Modell, das am Computer aus allen erdenklichen Perspektiven betrachtet und vermessen werden kann (vgl. Bilder unten).



Abschliessend kann die LiDAR-Aufnahme auch als Orthofoto georeferenziert und über die entsprechenden Planunterlagen gelegt werden (vgl. Bild unten). Dadurch wird eine positionsgenaue Darstellung der Wurzeln sowie eine detaillierte Vermassung für die Planenden ermöglicht. Auf diese Weise lassen sich Wurzelschäden im weiteren Verlauf der Bauarbeiten vermeiden.
